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12März

Von Pilzen, Glocken und Palästen

Wir wollten raus aus dem Dezembergrau und entschlossen uns kurzfristig für einen Städtetrip nach Sevilla in Andalusien. Die Temperaturen sind auf der iberischen Halbinsel zu dieser Zeit angenehm mild und es gibt kein Matsch- und Nebelwetter wie oft bei uns daheim. Mit relativ wenig Touristen konnten wir uns ganz entspannt auf die Attraktionen in der „Wiege des Flamencos“ einlassen.

Unser erstes Highlight war zugleich das wohl bekannteste Bauwerk von Sevilla, der Alcázar. Er ist der älteste noch genutzte Königspalast Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Anlage hat eine lange, bis in die maurische Zeit zurückreichende Baugeschichte und wird bis heute von der spanischen Königsfamilie bei Aufenthalten in Sevilla als offizielle Residenz genutzt.

Ursprünglich wurde der Alcázar als maurisches Fort angelegt und später mehrfach erweitert. Viele Baustile sowie christliche und islamische Einflüsse finden sich in dem über die Jahrhunderte entstandenen Komplex wieder. So entstanden z. B. unter den katholischen Königen, Karl V und Philipp II., Bauten mit gotischen Elementen, die in starkem Kontrast zu der dominierenden Mudéjar-Architektur stehen.

Große Teile vom Palast und den Gärten sind für Besucher zugänglich. Zahlreiche Bauwerke und Statuen schmücken die Gartenanlagen, deren kleinteilige Gliederung durch Mauern in den Sommermonaten Schutz gegen heiße Winde gewährt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir unbedingt besuchen wollten, war die Kathedrale von Sevilla. Die gotische Kirche ist die größte Spaniens und als eine der größten Kirchen der Welt ebenfalls Weltkulturerbe. Während einer professionell geführten Tour kamen wir nicht nur in das große Kirchenschiff, in dem neben vielem Anderen der Sarkophag von Christoph Kolumbus steht, sondern auch in Bereiche, die dem Besucher ohne Begleitung verwehrt bleiben. Außerdem erhält man in anschaulicher und kurzweiliger Form jede Menge Informationen und kann sich ganz nebenbei von der Größe und Pracht der Kathedrale beeindrucken lassen.

Als letzte Besucher des Tages waren wir mit unserem Guide auch im Giralda. Der aus Backstein gemauerte Turm ist das ehemalige Minarett einer alten maurischen Moschee. Heute dient er als Glockenturm der Kathedrale und ist das bedeutendste Wahrzeichen Sevillas. Im Inneren stiegen wir über eine Rampe hinauf bis auf die Höhe des Glockenstuhls. Auf Treppen wurde bei der Errichtung des Turms verzichtet, um das benötigte Baumaterial mit Hilfe von Pferden nach oben schaffen zu können und um Nachrichten rasch durch Reiter zu verkünden. Im Glockenhaus angekommen, bestaunten wir die 24 Glocken, die in die verschiedenen Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Höhepunkt der Kathedralen-Führung war dann Punkt 17 Uhr eine Kostprobe des Geläuts. Einige der Glocken werden um die Achse ihrer hohen Holzjoche gedreht, manche auch nur bis in die Waagerechte gependelt und wieder andere werden mit ihrem Klöppel angeschlagen. Ein ohrenbetäubender Lärm, wenn man direkt daneben steht. Die enorme Lautstärke ließ uns und die gesamte Besuchergruppe recht schnell die Flucht ergreifen und zurück in die Gassen der Altstadt absteigen.

Am meisten beeindruckt hat uns zwischen all den historischen Gebäuden der Altstadt der Metropol Parasol, auch als Las Setas (übersetzt: Die Pilze) bezeichnet. Die moderne Konstruktion besteht aus Holz, Beton und Stahl. Die sechs sonnenschirmartigen Strukturen mit pilzähnlicher Form, die stellenweise miteinander zu einem Sonnenschutz verbunden sind, wurde von den deutschen Architekten Jürgen Mayer entworfen und von 2004 bis 2011 an der Stelle einer früheren Markthalle errichtet.

Unter dem Metropol Parasol befinden sich Läden, ein Markt, Bars, Restaurants und ein archäologisches Museum. Seit seiner Einweihung hat sich der Aussichtspunkt Setas von Sevilla zu einer wichtigen Touristenattraktion in der Stadt entwickelt und ist ein Muss für Touristen. 

Am späten Nachmittag fuhren wir mit dem Aufzug auf das knapp 30 Meter hohe Dach der Pilze. Dort verbindet ein breiter Steg die einzelnen Konstruktionen und wir konnten den Rundumblick auf das angrenzende Stadtzentrum im flachen Licht der untergehenden Sonne so richtig genießen. Mit Beginn der Dämmerung erlebten wir ein noch spektakuläreres Schauspiel. Die Wabenkonstruktion der Pilze wird in ständig wechselnden Farben und Farbverläufen beleuchtet. Wir konnten uns am Spiel der fließenden Farben, in denen sich die organischen Formen hoch oben über der Stadt präsentierten, gar nicht sattsehen.

Letztendlich trieb uns dann unser Appetit wieder nach unten ins Herz der Stadt. Wie an den Abenden zuvor spielte sich in der Altstadt das Leben in und vor den Bars und Kneipen ab. Gefühlt trifft sich hier ganz Spanien, egal ob Jung oder Alt, zum sozialen Austausch. Die Auswahl eines Lokals ist nicht schwierig. Wir machten es wie der Spanier und besuchten an einem Abend einfach mehrere. Einen mit Sightseeing ausgefüllten Tag bei andalusischem Sherry, einem Cruzcampo und verschiedenen Tapas ausklingen zu lassen, ist wohl das Beste, um die Seele von Sevilla zu ergründen.

02Feb.

Architektonische Kleinode am Wegesrand

Entlang der 157 km langen Sieben-Kapellen Radtour im Landkreis Augsburg und Dilligen wurden sieben hölzerne Wegkapellen erbaut, alle herausragende, architektonische  Meisterwerke und jede für sich ein Unikat. Da war natürlich unsere Neugier geweckt. Bei recht kühlem und instabilem Wetter starteten wir am Bahnhof von Schwenningen und hofften auf Besserung, getreu dem Motto „Wenn Englein reisen …“.

Die Aussicht von einem hölzernen Turm verschaffte uns einen guten Überblick über das Naturschutzgebiet Ried bei Gramheim. Kurz darauf trafen wir in der Nähe von Oberthürheim auf die erste Kapelle, die etwas oberhalb vom Talgrund weithin sichtbar in die Höhe ragt. Das von Christoph Mäckler erbaute acht Meter lange und zwölf Meter hohe Gebäude besitzt einen Vorbau als Eingangsbereich und ein steiles Dach. Überrascht wurden wir allerdings im Inneren, wo 172 Farbgläser den Kapellenraum in ein tiefblaues Licht tauchen, das noch durch ein goldgelbes Kreuz in der nach Westen ausgerichteten Giebelwand durchdrungen wird.

Gestärkt mit Kirschnudel und Donauwelle aus einem Cafe in Wertingen, störte uns der Gegenwind Richtung Süden zur Kapelle Emersacker von Wilhelm Huber kaum noch. 

Die Blaue Kapelle im Laugnatal ist ein 12 m hoher Turmbau. Der Innenraum erhält sein Licht ausschließlich über ein gestaltetes Oberlicht aus blauem, mundgeblasenem Glas, welches auf die weißen Wände abstrahlt. Schon beim Abstellen unserer Fahrräder hörten wir Gesang und Gitarrenmusik. Der professionelle Gesang einer Gruppe von Frauen und Männern war in dem kleinen sakralen Raum sehr beeindruckend. Im anschließenden Gespräch mit der ebenfalls den 7-Kapellen-Weg radelnden Gruppe stellte sich heraus, daß sie in jeder Kapelle ein solch kleines Konzert sangen. Die Akustik sei aber gerade in dieser Turmkapelle besonders gut.

Ein schönes und bereicherndes Erlebnis, das uns gedanklich die nächsten Kilometer bis zur Kapelle von Hans Engel begleitete. Im flachen Donautal auf dem Weg von Offingen nach Gundelfingen steht die wie ein kleiner römischer Tempel anmutende Kapelle neben einem Angelteich. Der kreuzförmige Grundriss umschließt einen offenen Raum und zwei Sitznischen. Das flache Holzdach wird von zwölf gedrechselten Rundsäulen aus verleimtem Lärchenholz getragen. Drei große Glaswände sind grafisch mit Blattmotiven gestaltet und die vier Ecken werden als „grüne“ Wände aus Blutbuchen gebildet. Hier war für uns gut nachvollziehbar, daß der Erbauer mit seinem Entwurf das Außen und das Innen in Verbindung bringt, um Natur und Architektur intensiv erlebbar zu machen.

An einer Weggabelung am Radweg von Oberbechingen nach Dattenhausen sahen wir schon aus der Ferne die markante Wegkapelle von Frank Lattke in freier Landschaft stehen. Der quadratische Raum mit einer Grundfläche von knapp fünf mal fünf Metern wird überspannt von einem steilen hohen Sparrendach, das über der Diagonalen tief nach unten fällt.
Im Innern kommt man zur Ruhe und der Blick fällt auf das Kreuz im Licht. Hell und Dunkel modellieren den Raum, dessen Holzmaterialität alle Sinne umfängt. Ein Innen, das Geborgenheit, Konzentration und Ruhe ermöglicht. Schaut man durch die wenigen Ausschnitte nach draußen, nimmt man die umliegende Landschaft nur ausschnitthaft wahr.

Ganz anders die Kapelle Unterliezheim von John Pawson, die an einem Hang direkt aus dem Wald wächst. Mit dem Blick über die schwäbische Landschaft und zum Kirchturm des Dorfes, versteht man die Absicht des Erbauers, die Holzkapelle nicht als ein konventionelles Architekturwerk, sondern eher als ein Fundstück zu begreifen.

Der Bau selbst wirkt einfach und massiv, fast wie ein Holzstoß. Im Inneren tritt nur ein schmaler natürlicher Lichtstrahl von oben durch eine kleine Öffnung ein. Die düstere Umgebung lenkt die Aufmerksamkeit auf die beiden Lichtquellen am anderen Ende der Kapelle: die erhöhte kreuzförmige Öffnung sowie das einzige Fenster des Bauwerks.

Überwiegend auf Forst- und Fahrradwegen unterwegs, erblickten wir meist schon von weitem das nächste sakrale Bauwerk in der Landschaft. Wie eine Landmarke liegt inmitten von Feldern an einem leichten Hang über Kesselostheim die Kapelle von Staab Architekten. Der 14 Meter hohe Kapellenturm ist aus einzelnen Holzlamellen gefügt, die sich wie ein Flügelschlag zum Himmel auffächern. Sie bilden eine durchlässige Raumhülle, durch die Sonnenlicht, Wind, Regen und Schnee ins Innere der Kapelle gelangen und den Innenraum in unmittelbarer Verbindung zur umgebenden Landschaft halten. Mit zunehmender Höhe verengt sich der Innenraum und wird schließlich von einem Kreuz begrenzt, das die hölzerne Tragkonstruktion in die Öffnung zeichnet.

Den Umweg, etwas abseits von unserer geplanten Route, zur Wegkapelle von Alen Jasarevic nahmen wir bewusst in Kauf. Inzwischen waren wir so neugierig auf die außergewöhnlichen Ideen der Architekten, daß wir die paar Mehrkilometer gerne radelten. Und es lohnte sich. Die Kapelle Ludwigsschwaige liegt in den Donauauen, zwischen zahlreichen Waldinseln in einer weiten bewirtschafteten Ebene, die über ein dichtes Netz von Feldwegen erschlossen sind.    

Gleich zweier zum Gebet gefalteter Hände streckt sich die Kapelle zwölf Meter hoch in den Himmel. Die Grundfläche verjüngt sich auf einer Länge von sechs Metern in der Breite von fünf auf zwei Meter. Das steil geformte Dach, geradezu das Symbol für Schutz, umgibt den Innenraum, in dem sich das Licht verfängt. Zwei Stäbe aus massivem Stahl, geborgen aus der Donau, bilden das Kreuz, welches das hoch einfallende Licht teilt. 

Unabhängig wie man zu Kirche und Religion steht, die 7-Kapellen-Runde ist architektonisch und landschaftlich eine Reise wert.

18Feb.

Gran Canaria

Bilder im Netz weckten schon vor längerem unsere Lust, der Insel mit ihrem außerordentlichen Landschaftsreichtum einen Besuch abzustatten. Anfang Januar hat es dann endlich geklappt. Angenehme Temperaturen um die 20 Grad und Sonne pur sollten uns die nächsten Tage begleiten. Also ideal für unsere Ausflüge in die Berge!

Auf dem Weg ins Inselinnere statteten wir dem Baranco de las Vacas einen Besuch ab. Diese Miniaturausgabe der Sandstein-Canyons im Süd-Westen der USA begeisterte uns mit seiner Felsbeschaffenheit, seiner Farbe und der leichten Zugängigkeit direkt neben der Strasse. Ein perfekter Einstieg in unser Ausflugsprogramm.

In den Bergen wechselten sich dann strahlender Sonnenschein und dicker Nebel im Minutentakt ab.

Allerdings waren wir am Aussichtspunkt  Pico de las Nieves, 1.956 m, nicht die einzigen, die den Blick über die ganze Insel genießen wollten. Deshalb ließen wir unser Auto bei den vielen anderen am Parkplatz stehen und fanden etwas abseits, zwischen markanten Felsen, einen ruhigen Platz zum Aufstellen der Stative. An dieser Location gefiel es uns während der nächsten Stunden so gut, dass wir noch öfter und zu verschiedenen Tageszeiten zum Fotografieren zurückkehrten. Meistens lohnte sich die sehr kurvige Auffahrt und das Warten auf Wolken und Nebel und wir konnten die Vulkanlandschaft in stimmungsvollem Licht einfangen. Sogar der etwa 120 km entfernte  Pico del Teide (3.715 m), der höchste Berg der Nachbarinsel Teneriffa, ließ sich über den Wolken sehen.  Um die Bildkomposition des El Nublo in einem fotogenen Steinbogen zu realisieren, suchten wir in dem unwegsamen Gelände einige Zeit nach dem passenden Kamerastandort.

Auf der allabendlichen Fahrt Richtung Westen zur Küste gibt es viele künstliche Seen, wie den Presa de las Ninas, an denen Naturliebhaber die von kanarischen Kiefern bewachsene Umgebung erwandern können.

Eine ganz andere Art von Naturschauspiel erlebten wir beim El Bufadero de La Garita an der felsigen Ostküste, das bei hoher Tide am interessantesten zu beobachten ist. Wir mussten uns mit etwas weniger Wasser begnügen, fanden das Schauspiel aber trotzdem sehenswert. Alle paar Minuten entweicht Meerwasser unter Druck aus einem engen Felsloch und schießt neben dem großen Wassertopf himmelwärts, während das Seahole von malerischen Wasserfällen umrahmt wird.

Viel zu plötzlich mußten wir uns wieder auf den Heimweg ins winterliche Bayern machen, denn unsere Urlaubstage waren schon wieder vorbei. Wir sind uns aber einig, Gran Canaria hat noch viel Potential für Erkundungen.

04Jan.

Ein außergewöhnlicher Ort …

… zum Fotografieren war das neue Regenklärbecken in Ingolstadt. Die von uns gemachten Fotos dieser Umweltschutzmaßnahme verwendet die Stadt Ingolstadt für Marketing- und Werbezwecke.

Schon bei der Vorbesichtigung empfanden wir den unterirdischen Bau als sehr spannend und während dem tatsächlichen Fototermin entdeckten wir immer neue Perspektiven. Die vielen Stützen erinnern uns an Säulengänge und vom richtigen Standpunkt aus erschließt sich die Größe des aus drei Kammern bestehenden Bauwerks. Die technischen Einrichtungen muten futuristisch an. Inzwischen wurde das Regenklärbecken der Nutzung übergeben und Bilder des Neuzustands gehören der Vergangenheit an.

11Nov.

Erlebbare Geschichte

Für uns ist es immer etwas sehr Besonderes, Geschichte nicht nur in Büchern, sondern direkt in historischen Gebäuden erleben zu dürfen. So wie am Beispiel des Georgianums. Bereits vor ein paar Jahren hatten wir die Gelegenheit, das Baudenkmal, dessen Sanierung durch die Stadt Ingolstadt anstand, zu fotografieren. Einige dieser Bilder sind auf unserer Website und in einem unserer Bildbände veröffentlicht. Auch Gebäude haben eine Seele … so empfinden wir historische Bauwerke, weil sie uns viel über die Menschen und deren Leben vor unserer Zeit erzählen. Inzwischen ist ein Teil des Gebäudeensembles fertig saniert und „Nachher“-Fotos in diesem Beitrag hinterlegt.

Im Treppenhaus wurden die Holzstufen und Handläufe überarbeitet und der restaurierte Kronleuchter erhellt wieder den breiten Aufgang. Die Böden wurden teilweise mit den Originalziegeln belegt, die Holzböden neu eingebaut und die Holzdecken restauriert. Im Prunkraum im ersten Obergeschoss reinigten die Restauratoren die Wandmalereien, wodurch deutlich mehr Details zu erkennen sind. Die aufbereitete Stuckdecke, sowie die moderne Leuchte bilden im Raum einen schönen Kontrast. Die im Gebäude zum Teil verbliebenen Kachelöfen und Türen erinnern an frühere Zeiten.

Wie so oft bei der Sanierung von historischen Gebäuden tauchten archäologische Funde auf. Ein versteckter Zugang zu einem Kellergewölbe unterhalb der Fasshalle wurde geöffnet und begehbar gemacht. Historisch bedeutend ist auch die Entdeckung eines kleinen Raums unter der Treppe, der sich als ältester Karzer Deutschlands erwies. Er ist inzwischen ebenfalls saniert, gut ausgeleuchtet und Besuchern des Georgianums zugänglich.

Im Sommer 2023 verlegte dann die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt den Sitz ihres Mathematischen Instituts für Maschinelles Lernen und Data Science (MIDS) in das fertig sanierte Kollegiengebäude.

Die ehemalige Fasshalle und die Kapelle Peter und Paul befinden sich noch in der Sanierungsphase. Wir freuen uns schon darauf, auch hier zu erleben, wie Historisches in die aktuelle Zeit gebracht, damit erhalten und auch einer Nutzung zugeführt wird.

Wer am Projektfortschritt interessiert ist, kann ein bebildertes Bautagebuch von INKoBau unter diesem LINK einsehen.

18März

Hinter den Kulissen des Stadttheaters Ingolstadt

Die einfachste und kürzeste Beschreibung des theatralen Kommunikationsvorgangs lautet: A spielt B während C zuschaut.

Aber keine Sorge, niemand wird hier von uns mit Shakespeare & Co. bespasst. Wir möchten ausschließlich unser Vergnügen mit Euch teilen, das wir beim Erkunden vor und hinter den Kulissen des Ingolstädter Stadttheaters hatten. Uns ging es dabei nicht um die Akteure auf oder hinter der Bühne, sondern ausschließlich um das notwendige Drumherum und Hintendran.

Wir arbeiteten uns von außen nach innen, von den Foyers, zur Bühne und dem Zuschauerraum vor. Am spannendsten fanden wir es allerdings hinter den „Kulissen“. Jede Menge an fantasievoller Ausstattung ist notwendig, um das Publikum anzusprechen und unvergessliche Theatererlebnisse zu schaffen, nach dem Motto … die Herzen berühren und die Geister beflügeln.

Maske, Kleiderkammer, Malersaal, Schlosserei, Requisite … da konnten wir uns fotografisch richtig austoben. Und erst die unendlich vielen Kleinteile in den bis zur Decke vollgepackten Lagern!. Das ganze Sammelsurium von unterschiedlichen Materialien auf engstem Raum faszinierte uns ungemein. Altes weckte dabei Erinnerungen und Abstraktes regte unsere Fantasie an.

Hier, hinter der Bühne, haben wir gespürt, dass Theater ein Ort ist, an dem Menschen ihre Identität erkunden und neue Perspektiven und Horizonte entdecken. Theater entführt in eine Traumwelt, vor allem uns Fotografen.

Mitarbeiter-Zitate:
Haustechniker, März 2020
Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, war mein Lieblingsplatz die Heizung. Inzwischen mag ich alles sehr gerne

Garderoben-/Einlassdame, Februar 2020
Mein Lieblingsplatz ist die Garderobe, weil man aus einem geschützten Bereich alles im Blick hat, man sieht, wer ein- und ausgeht. Am Ingolstädter Theater gefallen mir besonders die vielen verschiedenen Etagen, die halben Höhen… und beim oberen Einlass zum Festsaal ist der Überblick noch besser als von der Garderobe; vor allem wenn der Christkindlmarkt leuchtet, ist dort eine heimelige Atmosphäre.

Gastronomie im Foyer,   Februar 2020
Unser Lieblingsplatz ist hinter der Theke; es ist nur schade, dass das Theater so in die Jahre gekommen ist.

Junges Theater, März 2020
Mein Lieblingsplatz ist die Schneiderei. Persönlich finde ich es toll, dass hier Theater bereits für die Kleinsten (2-jährigen) gemacht wird. Zu meinen Lieblingsplätzen gehören die nicht-öffentlichen Treppenhäuser, da ist es heimelig.

Junges Theater, März 2020
Das Ingolstädter Publikum liebt sein Theater, das ist das Besondere hier.

11Juni

Fantastische Ausblicke

Auf kurzer Strecke entlang des Altmühltal-Panoramawegs gefielen uns gleich zwei Aussichtspunkte so gut, dass wir sie hier beschreiben und bebildern wollen.

Nahe der Ortschaft Jachenhausen, etwa 4 km nordöstlich von Riedenburg befindet sich der Teufelsfelsen, der bei entsprechenden Verhältnissen von Drachenfliegern als Startplatz für einen Flug über das ca. 180 m tieferliegende Tal genutzt wird.

Es gibt eine Sage, nach der auf dem Felsen einst ein Kloster gestanden haben soll, das durch den Teufel zerstört wurde. Danach seien immer wieder Personen vom Leibhaftigen vom Felsen in den Tod gestürzt worden. Erst ein Knabe, der den Teufel im Spiel besiegte, machte dem Spuk ein Ende. Eine Bockklaue des fliehenden Bösen und ein Fußabdruck des Jungen sollen noch heute auf einem Felsen sichtbar sein.

Diese „sagenhaften“ Dinge konnten wir zwar nicht entdecken, dafür genossen wir umso ausgiebiger die unglaublich schöne Sicht auf den Main-Donau-Kanal und Riedenburg. Ein weiterer, jedoch weniger stark besuchter Aussichtspunkt liegt ebenfalls am Altmühltal-Panoramaweg. Er nennt sich „Falkenhorst“ und bietet hoch über dem Ortsteil Gundlfing einen noch eindrucksvolleren Ausblick ins Altmühltal und über die gesamte Wasserschleife. Hier sieht man gleichzeitig die Rosenburg über Riedenburg als auch Schloss Eggersberg und im Tal die Kapelle St. Agatha mit ihrem gleichnamigen Badesee.

Vielleicht motivieren Euch unsere Bilder zu einer „Aussichtstour“ ins Altmühltal. Viel Spaß dabei!

29Mai

Die Marienklause – Kleinod im Grünen

„Erst die kleinen Dinge machen das Leben wirklich großartig“. Dieser Spruch sagt das aus, was wir bei unseren Exkursionen rund um unseren Wohnort oft entdecken.

So gibt es 1 km nordwestlich von Beilngries im Birkental, ganz unvermutet unterhalb einer Straßenkreuzung, ein besonders idyllisches Plätzchen, die Marienklause.

Durch diesen „Rückzugsort im Grünen“, wie er von den Einheimischen genannt wird, fließt ein plätscherndes Bächlein. Das kalkhaltige Wasser setzt sich am Grund und an den Rändern des Gewässers ab und bildet kleine Kalksinterterrassen. Diese Kalktuffbildung wächst aufgrund von Algen, die dem Wasser Kohlendioxid entziehen, stetig weiter.

In der Nähe des Baches wurde 1906 die erste hölzerne Kapelle errichtet und der Muttergottes geweiht. An identischer Stelle steht heute ein Nachfolgebau von 1930, ebenfalls aus Holz.

Die Marienklause als Rückzugsort zu bezeichnen, finden wir mehr als treffend. Auch wenn man nur kurze Zeit dort verweilt, nimmt man die friedvolle Ruhe mit auf den Weiterweg.

02Mai

Entdeckung am Wegesrand

Wir staunen immer wieder, was man rund um den eigenen Wohnort alles entdecken kann. Zwischen Berching und Plankstetten, am Westhang des Sulztals, fanden wir ein besonderes Highlight, das Kruzerloch. Es handelt sich um eine natürliche Karsthöhle, die vom Wasser über Jahrtausende aus dem Sandstein des Braunen Jura gespült wurde.

Ein ausgeschilderter Weg führt in wenigen Schritten vom Benediktuswanderweg zum Eingang. Kurz gebückt und man steht schon in der bis zu dreieinhalb Metern hohen Höhle, deren Hauptraum etwa zehn Meter lang ist.

An der Rückwand befindet sich ein durch ein Türloch zugänglicher kleiner Raum, der offensichtlich von Hand aus dem Stein herausgearbeitet wurde.

An vielen Stellen bilden sich wie in einer Tropfsteinhöhle winzige Stalaktiten. Sie entstehen, weil sich über dem Hohlraum Kalksteinschichten vom Weißem Jura befinden. Regenwasser löst diesen Kalk, der dann über das eindringende Wasser an der Höhlendecke versintert.

Uns haben die vielen verschiedenen Strukturen und unterschiedlichen Farben der relativ kleinen Höhle fasziniert. Und einmal mehr waren wir überrascht, wie viele Motive auch auf wenig Raum zu finden sind. Wichtig ist uns allerdings immer bei unseren Unternehmungen, ausreichend Zeit zu haben, um sich auf die Situation einzulassen. Die „Entdeckungen“ für Auge und Kamera kommen dann von ganz allein.

29März

Making-of … Von der Idee zum gerahmten Fine Art Print

Heute wollen wir Euch einen Einblick in den Entstehungsprozess eines von uns gedruckten und gerahmten Fine Art Prints, von der ersten Idee bis zum fertigen Endprodukt geben.

Am Anfang stand Christians Wunsch, sein Foto eines Zebras in der Wohnung an prominenter Stelle im Flur an die Wand zu bringen!

In einem ersten Gespräch klärten wir Bild- und Rahmengröße, Rahmenmaterial, Glasqualität und Passepartout ja/nein, um eine entsprechende Einbindung in das Umfeld zu gewährleisten. Das originale Farbbild von Christians Digitalkamera mutete recht witzig und fröhlich an und war nach einem Formatbeschnitt der Originaldatei die erste Wahl.
Als Alternative erstellten wir mehrere Schwarz-Weiß-Varianten, um die Bildaussage in eine grafische Richtung zu entwickeln. Unserer Ansicht nach sollte dies sehr gut mit dem vorhandenen Umfeld harmonieren. Nach internen Diskussionen in der Familie der Auftraggeber über die verschiedenen Möglichkeiten fiel die Wahl tatsächlich auf eine Schwarz-Weiß-Variante, was aber letztendlich auch immer eine Entscheidung von Vorlieben und dem persönlichen Geschmack ist.

Jetzt konnte die finale Ausarbeitung und der Druck des Bildes von uns erledigt werden. Dabei kam unter anderem noch eine feine Vignette zur Blickführung zum Einsatz. Parallel bestellten wir den Rahmen und das Passepartout. Nach Montage des getrockneten Fine Art Prints in Museumsqualität auf Büttenpapier im hochwertigen Holzrahmen von HALBE kann sich das Endprodukt wirklich sehen lassen und wird seine Betrachter viele, viele Jahre erfreuen.

Vielen herzlichen Dank an Christian für das Einverständnis, den Ablauf des Auftrags an dieser Stelle darzustellen.
Danke für Dein Vertrauen!

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