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20 Mrz

Nah beieinander: Natur und Architektur im Tessin

In Reisen by Alfons / 20. März 2017 / 0 Comments

In der Schweiz, im Kanton Tessin, liegt das enge und wilde Verzascatal. Seine steilen Berghänge, die unzähligen Wasserfälle und der Fluss Verzasca inspirierten uns zu einer fotografischen Entdeckungsreise. Die typischen Rustici, graue Steinhäuser mit weißen Umrandungen an den Fenstern und schweren Steinplattendächern passen sich perfekt in die umgebende Landschaft ein. Fotogen ist das Dorf Lavertezzo mit der Chiesa di Santa Maria degli Angeli. Im Sommer wird rund um die Steinbogenbrücke Ponti dei Salti aus dem 17. Jahrhundert viel gebadet. Uns beschäftigte viele Stunden lang die Verzasca selbst, deren Name grünes Wasser bedeutet. Der wilde Fluss wäscht das Bachbett unermüdlich aus, bevor es am Talausgang zum Lago di Vogorno aufgestaut wird. Entlang der Wege zeugen zahlreiche Kapellen vom religiösen Glauben der Talbewohner.

Und das wiederum brachte uns auf die Idee, ins Nachbartal Vallemaggia zu fahren, um im Bergdorf Mogno die kleine moderne Kirche San Giovanni Battista zu besuchen. Ihre Vorgängerin, eine alte barocke Dorfkirche und zahlreiche Häuser des Ortes waren 1986 von einer Lawine zerstört worden, was einen Ersatz notwendig machte.

Für den Wiederaufbau (1992 – 1996) wagte man als zukunftsweisendes Projekt die Zusammenarbeit mit dem international anerkannten Architekten Mario Botta, der für seinen rationalistischen Stil und seine streng geometrische Formensprache bekannt ist. In seinen Entwürfen für die Kirche in Mogno ließ er sich vom Zusammenspiel naturhafter und spiritueller Symbolik leiten. Als Baumaterial wählte er heimischen Marmor und Gneis aus der Umgebung. Beides wurde im Wechsel verbaut, wodurch ein reizvoller Hell-Dunkel-Effekt entstand. Außen ist die Kirche zylindrisch und mit abgeschrägtem kreisrundem Glasdach gestaltet. Über das treppenförmige Aquädukt fließt bei Regen das Wasser vom Dach ab. Diese Wassertreppe setzt sich im rechteckigen Innenraum als bogenförmige Himmelsleiter fort. Zwei Nischen an den Schmalseiten und nur wenige Bankreihen aus hellem Holz betonen die postmoderne Gestaltung und setzen zusätzliche archaische Akzente. Der schlichte Altar steht vor einer rundbogigen, abgestuften Durchgangsnische, hinter der sich die Sakristei befindet.

Das Zusammenwirken von Idee, Konzept und exakter handwerklicher Ausführungsweise beeindruckte uns so sehr, daß wir uns zwischenzeitlich weitere Bauwerke von Mario Botta angesehen haben. Mehr dazu vielleicht ein anderes Mal…

06 Mrz

Fjordland

In Allgemein by Alfons / 6. März 2017 / 0 Comments

Und wie sind sie?
Wie die Fjorde sind, willst du wissen?
Ja.
Lang. Vielleicht sogar endlos. Weglos, menschenlos. Dann eintönig, schroff und abweisend.
Dann braun, moosgrün und schwarz mit himmelfarbenem Meerwasser.
Kaltwindig.
Sind sie gar nicht bewohnt?
Ob die Fjorde bewohnt sind, fragst du.
Jaa!
Von Mai bis August. Seevögel-Brutzeit. Möwen. Küstenseeschwalben. Papageitaucher.
Zu Hunderttausenden.
Seehunde. Wale. Fische …

Und die Menschen in den Westfjorden?
In der Minderheit. Zu viel Stille. Zu viele Stürme.
Touristen?
Melancholisch, sich selbst ausgeliefert. Ungewohnte Weiten. Ungewohnte Stille. Mit dem Bewusstsein, immer auf der anderen Seite zu sein.
Was ist mit Hai- und Walfang?
Hier und da abgelegene rostige Reste der Vergangenheit. Einige Ahabs der Gegenwart. Proteste. Gegenproteste. Nie endende Konfrontation.

Maria Lenger

04 Feb

Man nimmt, was man kriegen kann …

In Allgemein by Alfons / 4. Februar 2017 / 0 Comments

… so auch wir. Wenn die kalte Jahreszeit rund um unseren Wohnort keinen Schnee bringt, halten wir den Winter eben anders in unseren Fotos fest. Der tagelange Raureif um die Jahreswende verzauberte die Landschaft um uns herum und sorgte für eine große Motivvielfalt.

Bäume zeigten unbeschreibliche Silhouetten, die hügelige Landschaft um Steinerskirchen wurde im Dauergrau zum impressionistischen Gemälde und die Weiher und Tümpel erstarrten unter einer Eisdecke. Unser Ausflug zur Altmühlschleife bei Kottingwörth zwang uns trotz Sonne kleidungsmäßig ins vielschichtige Zwiebelprinzip. Und sogar in der Hallertau zeigten sich die abgeernteten Hopfengärten in außergewöhnlichem weißen Pelz.

Wir haben die Zeit der kühlen Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeit fotografisch sehr genossen und sind dankbar für die schönen Erlebnisse, die uns die Natur immer wieder beschert.

Winterliche Grüße und habt eine tolle Zeit draußen in der Natur.

15 Jan

Einladung DIE UNVOLLENDETE – Hommage an Island

In Allgemein by Alfons / 15. Januar 2017 / 0 Comments

Liebe Freunde, Natur- und Fotografiebegeisterte,

wir freuen uns, unsere Beamershow Die Unvollendete – Hommage an Island auch in diesem Jahr wieder zu zeigen.

Wann? Donnerstag, 09. Februar 2017 – 19:30 Uhr

Wo? Pfarrheim St. Canisius,  Lenbachstr. 7,  85053 Ingolstadt

Eintritt frei

Unsere ganz persönliche Bilderschau über Island führt Euch zu unseren Lieblingsorten auf der Insel im hohen Norden. Die spannenden Bilder, begleitet von einfühlsamen Texten und Musik, spiegeln die Anziehungskraft wider, die Island auf uns ausübt und uns nicht mehr loslässt. Zusätzlich zu unserer Bilderreise zeigen wir in einer kleinen Ausstellung großformatige Fotografien.

Geniessen wir gemeinsam den Zauber Islands. Wir freuen uns auf Euch, besonders auch auf die Wiederholungstäter!

 

15 Jan

Zwischen Tag und Nacht

In Allgemein by Elisabeth / 15. Januar 2017 / 0 Comments

Die Ostwinde peitschen die Wellen den ganzen Tag an. Wild-rasant ergießt sich der weiße Schaum über die schwarzen Kiesel. Sie rollen hin und her. Sie murmeln. Sie knirschen. Küstenperlenmusik. Wellenprosodie. Der Wellenschlag verliert zischend blubbernd seine Kraft je weiter er aufs Land treibt. Das Wasser sinkt ab, fließt ins Meer zurück. Der nächste Anlauf. Welle, Schaum, Steine, Rollen, Auslaufen, Kraft verlieren, Absinken, Zurückfließen, Zurückrollen. Luft holen. Welle, Schaum, Steine, Rollen, Auslaufen, Kraft verlieren, Absinken, Zurückfließen, Zurückrollen…

Zum Abend hin legt sich der Wind. Die Wellenkraft lahmt. Die Küste atmet lange aus. Die Kiesel werden nach und nach starr. Stille kehrt ein … Kräftemessen unentschieden. Alles an seinem Platz. Das Meer, die Steine, die Küste, die Stille. Die Erde und der Himmel. Der Tag und die Nacht. Arm in Arm im Dämmerzustand.

Maria Lenger

28 Dez

Die besten Wünsche für einen gelungenen Jahreswechsel …

In Allgemein by Alfons / 28. Dezember 2016 / 0 Comments

Für den Rutsch ins Neue Jahr wünschen wir Euch eine gesellige Runde mit lieben Freunden und ein gut gefülltes Glas zum Anstoßen.

Nur, was hat´s eigentlich mit diesem Glas auf sich? Wir sind dieser Frage in Frauenau, dem Gläsernen Herz des Bayrischen Waldes, nachgegangen.

Die Gläsernen Gärten erstrecken sich auf einer Fläche von insgesamt 8 Hektar um das Frauenauer Glasmuseum sowie auf den Arealen der Glashütten Poschinger und Eisch. Der Rundgang im Skulpturenpark bietet auf einer Länge von ca. 3 Kilometern die unterschiedlichsten Installationen von mehr als 20 nationalen und internationalen Künstlern. Die Ausstellungsstücke zeigen dabei eindrucksvoll die vielfältigen künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Werkstoff Glas auf.

Unseren fotografischen Spaziergang hatten wir schon vor zwei Jahren begonnen und blieben damals gleich beim Thema Weitblick hängen. Figuren aus Glas sitzen oder klettern an unterschiedlich hohen Holzstelen. Das Thema hatte uns so fasziniert, daß wir für unsere Ausstellung SEHEN UND WAHRNEHMEN im Naturmöbelhaus Ridder2 eine entsprechende Bildercollage erstellten und präsentierten.

Beim diesjährigen Besuch der Gläsernen Gärten widmeten wir uns fotografisch anderen Skulpturen. Imaginary Space spielt mit der räumlichen Wahrnehmung, mit Realität und Abbild. Sie verändert sich im Rhythmus mit der Natur und ihren Jahreszeiten, reflektiert den Sonnenaufgang, den Regen, das Gras, den Schnee oder wie in unserem Bild, den Himmel.

Lange beschäftigt haben wir uns auch mit den faszinierenden Stummen Dienern. Die Figuren in ihren starren Metallrahmen haben selbst keine eigene Meinung. Sie sagen nichts. Und doch stimmen sie beim Antippen durch ihr Nicken allem zu.

Im Gegensatz dazu tragen schwere Betonelemente die gläsernen Fragmente einer Ikone aus der griechischen Mythologie: Ariane à Naxos. Während der Beton als Material das Profane, Irdische darstellt, symbolisiert das Glas die Verwandlung ins Mythische, Göttliche.

Luftig, leicht, respektvoll und elegant verbeugt sich dagegen “Der Galan vor der geheimnisvollen Dame aus Venedig”.

Thema von Antiphon ist das kommunikative Flanieren, das entspannte Spazieren in der Natur. Der Titel verweist sowohl auf das Wechselspiel von Licht und Glas als auch auf den Dialog zweier Menschen. Der Künstler hat dafür in den Gläsernen Gärten Paare aus Frauenau fotografiert – womit das Thema Erinnerung unmittelbar mit dem Ort verbunden wird.

Die Installation Lebensadern aus Fichtenholz und ofengeformten rubinroten Glaszapfen steht als Sinnbild für die historische wirtschaftliche Grundlage der Menschen im Bayerischen Wald. Der Skulpturenpark trägt dabei generell dazu bei, den Wandel vom Industrie- zum Kunstglas zu vollziehen. Außerdem dient er den Einheimischen als Freizeitfläche und ist ein attraktiver Anziehungspunkt für Gäste.

Wir kommen jedenfalls gerne wieder, da sich die Gläserenen Gärten zu jeder Jahreszeit in einem anderen Licht präsentieren und Erweiterungen im Skulpturenpark immer wieder für neue und spannende Motive sorgen.

Nach diesem Ausflug in die Welt des Glases wünschen wir Euch einen guten Rutsch und alles Gute für 2017 – Prosit Neujahr!

Elisabeth und Alfons

08 Nov

Einladung zu einem Islandabend mit unserer Bildershow DIE UNVOLLENDETE

In Allgemein by Elisabeth / 8. November 2016 / 0 Comments

Liebe Freunde, Natur- und Fotografiebegeisterte,

im Rahmen eines Kundeninformationsabends des FIRST Reisebüros zeigen wir nochmals unsere ganz persönliche Bilderschau Die Unvollendete – Hommage an Island.

Wir nehmen Euch mit zu unseren Lieblingsorten auf der Insel im hohen Norden. Die spannenden Bilder, begleitet von einfühlsamen Texten und Musik, spiegeln die Anziehungskraft wider, die Island auf uns ausübt und uns nicht mehr loslässt.

Geniessen wir gemeinsam den Zauber Islands. Wir freuen uns auf Euch, besonders auch auf die Wiederholungstäter!

Wann:  Dienstag, 29. November – 19:30 Uhr, Eintritt frei
Wo:   VHS Kinosaal, Hallstr. 5, 85049 Ingolstadt

Weitere Infos vom FIRST-Reisebüro …

Liebe Kunden, liebe Interessenten!

Viele von Ihnen kennen meine Liebe zur Vulkaninsel im nördlichen Atlantik und wissen, dass ich mich mit Island, mit seiner Literatur, Einwohnern, Geografie und natürlich mit dem touristischen Angebot auf der Insel beschäftige. Doch ich tue das nicht nur für mich, sondern auch für Sie, damit Sie eine unvergessliche Reise im hohen Norden erleben können.

Aus der Zusammenarbeit mit meinen langjährigen Partnern in Sachen Fotografie und Ausstellung, “Lightcatchers”, entstand eine faszinierende Multimediashow über Island. Bereits letztes Jahr fand die Vorführung große Resonanz.

Nun, am 29. November 2016 zeigen wir Ihnen “Island – Die Unvollendete” im Rahmen eines Kundenabends. Ich bin mir sicher, Sie werden eine großartige Präsentation erleben, erstklassige Informationen zu Reisen auf die Insel der Vulkane bekommen und interessante Kundenstimmen hören, die uns Einblicke in ihre Reiseerlebnisse gewähren. Natürlich sind Elisabeth Schmidbauer und Alfons Hauke vor Ort und beantworten gerne Fragen zur Fotografie auf Island.

Ich freue mich sehr, wenn wir Sie am 29. November zur Veranstaltung begrüßen dürfen.

Bis dahin eine schöne Zeit!

Ihre Maria Lenger / FIRST Reisebüro

22 Okt

Kalender 2017 – Wasser, Element in Bewegung

In Allgemein by Elisabeth / 22. Oktober 2016 / 0 Comments

Druckfrisch ist unser Kalender für das nächste Jahr eingetroffen.

Wir haben dafür Motive unseres Lieblingsthemas Wasser ausgewählt.

Das Element in Bewegung, so der Untertitel, zeigt einerseits stille, aber eindringliche und andererseits ruhige, jedoch kraftvolle Bilder von Locations abseits der großen Attraktionen. Auch die kleinen, eher unscheinbaren Dinge entfalten so, Monat für Monat, ihren ganz besonderen Reiz.

Eine Vorschau zum Reinschnuppern findet Ihr im pdf.

Wandschmuck-Fotokalender

WASSER  2017 – Das bewegte Element

DIN A2 (60 x 42 cm)
Offsetdruck mit Oberflächenveredelung

Preis: 35 Euro/Stück    Staffelpreise auf Anfrage!

Der Kalender hat 13 Blatt (Querformat), ein transparentes Deckblatt, einen stabilen Rückkarton und eine Spiralbindung mit Aufhänger. Lieferung erfolgt in einem Umkarton und solange der Vorrat reicht!

12 Okt

DIE UNVOLLENDETE in der Galerie bildfläche in Eichstätt

In Allgemein by Alfons / 12. Oktober 2016 / 0 Comments

Die Vernissage unserer Ausstellung war ein voller Erfolg. Herzlichen Dank an Hubert Klotzeck und alle Besucher, die diesen tollen Abend möglich gemacht haben. Auch der Crêpes-Stand hat zur guten Stimmung beigetragen. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, gibt es mit einer Sonderöffnung eine zweite Chance.

Sonntag, 23. Oktober von 13 – 17 Uhr

Auch wir werden wieder in der bildfläche sein und Rede und Antwort stehen. Wir freuen uns über Euren Besuch.

Zum Nachlesen würdigte der Donaukurier unsere Ausstellung mit einem Bericht im Feuilleton.

Außerdem zeigte das Ingolstädter Fernsehen einen Beitrag über die bildfläche und DIE UNVOLLENDETE.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Oktober zu den Galerie-Öffnungszeiten zugänglich.

Galerie bildfläche
Bahnhofplatz 20
85072 Eichstätt
Mi. + Fr. 14.00 bis 18.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 13.00 Uhr
und nach Vereinbarung: 0151/25350296

30 Jul

Atem

In Allgemein by Elisabeth / 30. Juli 2016 / 0 Comments

Aus dem Loch hinter dem Hügel tritt heißes Gasgemisch aus. Sein Nebel flüchtet in die Luft, mischt sich unter die Sauerstoff-Moleküle. Schwefelgeruch legt sich aufs Plateau. Die Quelle brodelt unaufhörlich, seufzt, zischt und explodiert die Gase aus sich heraus. Gelbbraune, schmutzig weiße Flecken bilden die dünne Erdkruste rundherum. Die Ablagerungen werden zu einer Kuppel. Sie schützt das Geheimnis der Hexenküche der Elemente und Kräfte. Sichtbar und unsichtbar formen sie die Welt über die Zeit der Menschen hinweg. Vorsicht ist geboten. Nicht zu nahe herangehen. Verbrühungsgefahr. Das nächste Krankenhaus ist 100 km weit weg. Die Haut und die Kamera vielleicht für immer. Wir halten das Atmen der Erde auf diesem Fleck fest. Zu dem der Erde mischt sich unserer. Sie werden eins. So, wie wir mit dem Zauber des Augenblicks.

Maria Lenger