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10 Sep

Almen rund um den Karersee

In Reisen by Elisabeth / 10. September 2017 / 0 Comments

Was genau ist überhaupt eine Alm? Wikipedia erklärt es uns so:

Eine Alm (bairisch), Alp, Alpe oder Alb bezeichnet die während der Sommermonate benutzten Bergweiden und Wirtschaftsgebäude und die zum Weiden und Heuen genutzten Bergwiesen als Vegetationsstufe. Oft ist die Alm aber auch nur das Gebäude, die Almhütte bzw. Alphütte.

Der überwiegende Teil der Nordalpen wäre ohne Almwirtschaft bis auf ca. 1.500 Meter durchgehend bewaldet. Das Weidevieh hält die Almflächen waldfrei und fördert damit Pflanzen, die ansonsten nur auf besonderen Standorten wie Felsköpfen, flachgründigen Humusauflagen oder in Lawinenstrichen vorkommen.

Ein für uns besonders reizvolles Almgebiet liegt in den Dolomiten, rund um den Karersee. Wir nutzen dort sehr gerne die frühen Morgenstunden, um die Almen im weichen Licht der aufgehenden Sonne zu erkunden. Außerdem brauchen wir zu dieser Tageszeit die Umgebung mit niemandem zu teilen und können die Ruhe genießen.

Als erstes werden die Spitzen des Latemarmassivs am Karerpass von der Sonne beleuchtet. Im Hochsommer dauert es dann nur wenige Minuten, bis sich der neue Sommertag voll entfaltet und das Licht zum fotografieren zu hart wird.

Dann wird es für uns Zeit zu frühstücken und im Anschluss die Landschaft auf einer Wanderung zu genießen. Bei entsprechender Wetterlage türmen sich oft schon mittags Quellwolken als Vorboten von abendlichen Gewittern.

Bleiben Blitz und Donner aus, ergeben sich tolle Blicke über die Bergketten im Gegenlicht, die auch ohne spektakuläre Wolken am Himmel auskommen.

Die Dolomiten werden selbst nach unzähligen Besuchen für uns nie langweilig!

08 Aug

Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald

In Reisen by Elisabeth / 8. August 2017 / 0 Comments

Als ein überaus lohnendes Ausflugs- und Fotoziel können wir die Triberger Wasserfälle im mittleren Schwarzwald empfehlen.

Mit insgesamt 163 Metern Fallhöhe gehören sie zu den höchsten und bekanntesten Wasserfällen Deutschlands. Nachdem die Gutach sich aus den Bächen der Schönwalder Hochfläche formiert hat, stürzt sie über mächtige Granitfelsen in sieben Stufen in einen bewaldeten Talkessel, der sich unmittelbar in die Ortsmitte von Triberg öffnet.

Anschauliche Tafeln informieren über Tiere, Pflanzen und Besonderheiten des gut erschlossenen Wasserfallgebiets. Auf den ausgebauten, teils asphaltierten Wegen und über zwei Holzbrücken erwandert man die variationsreichen Abstürze und findet dabei sehr gute Fotostandpunkte. Ein Steg mit Plattform ermöglicht es, die Gischt der Fälle hautnah zu ersprüren. Dieser exklusive Blick auf die Kaskaden beschert dem Fotografen maximal ein nasses Objektiv und feuchte Kleidung.

Aufgrund des Schmelzwassers im Frühjahr und nach starken Regenfällen sind die herabstürzenden Wassermengen gewaltig und besonders fotogen, so daß dies die bevorzugten Besuchszeiten für Fotografen wären. Auch im Winter sind die Triberger Wasserfälle gefahrlos begehbar und bieten so ganzjährig eine beeindruckende Kulisse.

Noch mehr ausführliche  Infos findet Ihr unter https://www.campingliebe.de/camping-schwarzwald/

12 Jun

Bamberg – Zwischen Kulturerbe und fränkischer Kulinarik

In Reisen by Alfons / 12. Juni 2017 / 0 Comments

Warum wir uns Bamberg in Oberfranken für ein verlängertes Wochenende ausgesucht haben, liegt für diejenigen, die uns kennen auf der Hand. Bamberg wurde 1993 aufgrund des größten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkerns in Deutschland in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen. Folglich musste es für uns fotografisch interessant sein. Außerdem macht uns so viel Geschichte, Kultur und Füße-platt-laufen immer hungrig und durstig. Und da hat die fränkische Küche einiges zu bieten.

Bevor wir uns in das historische Zentrum stürzten, besuchten wir Schloss Seehof bei Memmelsdorf, das nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Das barocke Jagdschloss der früheren Bamberger Fürstbischöfe ist ein beliebtes Ausflugsziel und interessierte uns aufgrund der geradlinigen Architektur der gesamten Anlage. Besonders reizvoll sind auch die Wasserspiele der Kaskade, die in den Sommermonaten jeweils zur vollen Stunde zu bewundern sind. In der Orangerie überwintern die Pomeranzen-, Orangen- und Zitronenbäume, die mit ihrem Duft südliches Flair verströmen und zu unserer Enttäuschung erst Mitte Mai ihr Winterquartier verlassen dürfen.

Von unserem zentral in der Altstadt gelegenen Barock-Hotel konnten wir alle Erkundungen im Stadtkern ohne Auto unternehmen. Das wie ein Schiff den Regnitz-Strom teilende, nur über zwei Steinbrücken zugängliche Alte Rathaus, ist ein Kuriosum. Fresken zieren die Fassade und verleihen ihr dadurch Plastizität. Der Sage nach wollte der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Platz für den Bau eines Rathauses gewähren. Deshalb rammten die Bamberger Pfähle in die Regnitz und schufen eine künstliche Insel, auf der sie das Gebäude errichteten. Ein absoluter Blickfang zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die gleich nebenan liegende ehemalige Fischersiedlung in der Bamberger Inselstadt wird liebevoll Klein Venedig genannt. Dicht gedrängte Fachwerkbauten und winzige Gärten bestimmen das Bild dieses pittoresken Stadtteils. Entlang der Regnitz reihen sie sich in einer hübsch geschmückten Zeile aneinander und Kähne dümpeln an den Anlegestellen in den Vorgärten.

Imposant und massiv dagegen ist der viertürmige Kaiserdom. Leider war er bei unserem Besuch, wie andere attraktive Sehenswürdigkeiten auch, für Renovierungsarbeiten eingerüstet und wenig fotogen. Deshalb konzentrierten wir uns hier auf die vielschichtigen Details.

Direkt an den Dom schließt die Alte Hofhaltung an. Der Gebäudekomplex diente in der Zeit der Renaissance als Wohnstätte der Bischöfe. Mit seinem uralten Granitpflaster und dem weitläufigen Innenhof ein beeindruckendes Bauwerk.

Bamberg ist wie Rom auf sieben Hügeln errichtet. Auf dem höchsten thront Altenburg, eines der Wahrzeichen der Stadt. Nach einem kleinen Aufstieg bot die Aussichtsterrasse einen sehenswerten Rundblick auf die Stadt und das Umland. So konnten wir auch mal die Ausdehnung von Bamberg gut beurteilen.

Etwas besonderes ist der Kreuzgang im Karmelitenkloster St. Theodor. Er entstand im 14. Jahrhundert und ist mit seinen Arkadenbögen aus Eisensandstein einer der besterhaltenen Kreuzgänge Deutschlands aus der späten Romanik bzw. frühen Gotik. Derzeit gehören 14 Brüder dem Konvent an und füllen den Komplex mit Leben.

Wir wussten schon während der Planung unseres Ausflugs, dass wir in Bamberg kulinarisch bestens versorgt sind. Das dortige Braugewerbe rühmt sich mit einer 900-jährigen Tradition. Mit derzeit zehn Brauereien in der Stadt und weiteren 90 im Umland weist Bamberg die höchste Brauereidichte der Welt auf. Das Rauchbier, dessen Wurzel bis ins Mittelalter reicht, ist die bekannteste der Bierspezialitäten und die regionale fränkische Küche in den urigen Gasthäusern ließ keine Wünsche offen.

Vielleicht haben wir Euch ja auch auf den Geschmack gebracht?

20 Mrz

Nah beieinander: Natur und Architektur im Tessin

In Reisen by Alfons / 20. März 2017 / 0 Comments

In der Schweiz, im Kanton Tessin, liegt das enge und wilde Verzascatal. Seine steilen Berghänge, die unzähligen Wasserfälle und der Fluss Verzasca inspirierten uns zu einer fotografischen Entdeckungsreise. Die typischen Rustici, graue Steinhäuser mit weißen Umrandungen an den Fenstern und schweren Steinplattendächern passen sich perfekt in die umgebende Landschaft ein. Fotogen ist das Dorf Lavertezzo mit der Chiesa di Santa Maria degli Angeli. Im Sommer wird rund um die Steinbogenbrücke Ponti dei Salti aus dem 17. Jahrhundert viel gebadet. Uns beschäftigte viele Stunden lang die Verzasca selbst, deren Name grünes Wasser bedeutet. Der wilde Fluss wäscht das Bachbett unermüdlich aus, bevor es am Talausgang zum Lago di Vogorno aufgestaut wird. Entlang der Wege zeugen zahlreiche Kapellen vom religiösen Glauben der Talbewohner.

Und das wiederum brachte uns auf die Idee, ins Nachbartal Vallemaggia zu fahren, um im Bergdorf Mogno die kleine moderne Kirche San Giovanni Battista zu besuchen. Ihre Vorgängerin, eine alte barocke Dorfkirche und zahlreiche Häuser des Ortes waren 1986 von einer Lawine zerstört worden, was einen Ersatz notwendig machte.

Für den Wiederaufbau (1992 – 1996) wagte man als zukunftsweisendes Projekt die Zusammenarbeit mit dem international anerkannten Architekten Mario Botta, der für seinen rationalistischen Stil und seine streng geometrische Formensprache bekannt ist. In seinen Entwürfen für die Kirche in Mogno ließ er sich vom Zusammenspiel naturhafter und spiritueller Symbolik leiten. Als Baumaterial wählte er heimischen Marmor und Gneis aus der Umgebung. Beides wurde im Wechsel verbaut, wodurch ein reizvoller Hell-Dunkel-Effekt entstand. Außen ist die Kirche zylindrisch und mit abgeschrägtem kreisrundem Glasdach gestaltet. Über das treppenförmige Aquädukt fließt bei Regen das Wasser vom Dach ab. Diese Wassertreppe setzt sich im rechteckigen Innenraum als bogenförmige Himmelsleiter fort. Zwei Nischen an den Schmalseiten und nur wenige Bankreihen aus hellem Holz betonen die postmoderne Gestaltung und setzen zusätzliche archaische Akzente. Der schlichte Altar steht vor einer rundbogigen, abgestuften Durchgangsnische, hinter der sich die Sakristei befindet.

Das Zusammenwirken von Idee, Konzept und exakter handwerklicher Ausführungsweise beeindruckte uns so sehr, daß wir uns zwischenzeitlich weitere Bauwerke von Mario Botta angesehen haben. Mehr dazu vielleicht ein anderes Mal…

19 Jun

Die Rieslochfälle im Bayrischen Wald

In Reisen by Elisabeth / 19. Juni 2016 / 0 Comments

Eine durchwachsene Wetterlage mit einigen Schauern war die ideale Vorhersage, um sich fotografisch mit den Rieslochfällen auseinanderzusetzen.

Der bei Bodenmais durch eine klammartige Schlucht rauschende Riesbach bildet in einer Höhenlage von 780 bis 920 Metern die höchsten Wasserfälle des Bayrischen Waldes aus.

Insgesamt bringen es der 15 m hohe Hauptfall und vier weitere Stufen zu einer beeindruckenden Gesamthöhe von 55 Metern. Ein Spaziergang entlang der zum Teil völlig mit Moos überwachsenen Felsen und Strudellöcher ist speziell nach längeren Regenfällen ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wenn dann noch alles feucht ist, entwickeln sich besonders intensive Farbkontraste. Herrlich, um auf Motivsuche zu gehen.

Für den 1,6 km langen Weg benötigten wir so mehr als vier Stunden. Für uns eine sehr lohnende Unternehmung, die wir jedem nur empfehlen können!

03 Jun

Mainhattan

In Reisen by Elisabeth / 3. Juni 2016 / 0 Comments

Der Spitzname Mainhattan machte uns neugierig auf die Finanz- und Messestadt Frankfurt am Main, von der wir bisher nur den Flughafen kannten. Gedanklich hatten wir bei diesem Namen natürlich gleich die imposante Skyline New Yorks im Kopf. Deshalb zügelten wir erst mal unsere Erwartungen, um nicht enttäuscht zu werden. Und das wurden wir ganz und gar nicht. Wir sind sogar überaus begeistert von unserem Kurztrip zurückgekommen!

Die Mainmetropole im Herzen Deutschlands bietet neben der beeindruckenden Skyline auch vielseitige kulturelle Kontraste inmitten der von einem Grüngürtel umringten Innenstadt. Oftmals umgeben die Wolkenkratzer kleine, gepflegte Parks, die wie grüne Inseln im Häusermeer wirken und die Großstädter zu kurzen Verschnaufpausen einladen.

Wir buchten uns ein Hotelzimmer im Bahnhofsviertel, von dem aus wir die meisten Fotolocations zu Fuß erkunden konnten. Das Bankenviertel, in dem die Hochhäuser am dichtesten stehen, lag praktisch um die Ecke und der Main nur einen Straßenzug entfernt.

Die Skyline ist von den vielen Brücken und vom Mainufer aus gut zu fotografieren. Dabei überraschte uns die Einbindung des Mains als Naherholungszone und Fitnessparcours. Dies ist ein wohltuender Gegensatz zur dynamischen und schnellen Großstadt.

Andere Stadtviertel mit fast dörflichem Charakter verstärkten unseren Eindruck, sich in einer lebenswerten Stadt aufzuhalten.

Von der weiträumigen Stadtlandschaft zeigen wir hier einige Gebäude, die es uns fotografisch besonders angetan hatten:

Der Messeturm steht unmittelbar am Eingang zum Messegelände und ist das Wahrzeichen Frankfurts. Vom international bekannten Architekten Helmut Jahn im Art-Deko-Stil errichtet, wird er von den Bewohnern Frankfurts auch Bleistift genannt. Bei seiner Fertigstellung 1991 war er mit 256,5 m das höchste Gebäude Europas.

An Höhe überholt wurde er im Jahr 1997 vom Commerzbank Tower, der inzwischen (nur noch) das höchste Gebäude Deutschlands ist (259 m). In direkter Nachbarschaft fotografierten wir auch den Silberturm, einen der bekanntesten Wolkenkratzer der Mainmetropole. Anfangs beheimatete er die Konzernzentrale der Dresdner Bank, was ihm auch den Namen Dresdner-Bank-Hochhaus einbrachte. Heute ist das Gebäude an die Deutsche Bahn mit seinem IT-Dienstleister DB Systel GmbH vermietet.

Im Stadtteil Gallus steht der Tower 185. Aus einem hufeisenförmig angelegten Sockelgebäude erheben sich die beiden Hochhaushälften mit einer Aluminium-Glas-Fassade bis in 200 Meter Höhe. Die Bezeichnung Tower 185 stammt aus einer frühen Planungsphase und bezog sich auf die Höhe von 185 Metern, die ursprünglich für das Hochhaus vorgesehen war. Die interessantesten Fotos gelangen uns hier während der Dämmerung und als die Kombination von Kunstlicht im Gebäude und die schräg einfallende Abendsonne eine besonders schöne Stimmung zauberte.

Im Frankfurter Europaviertel neben dem Messegelände fanden wir die Skyline Plaza, ein Einkaufszentrum mit Fitness- und Spabereich sowie einem Parkhaus. Die geschwungene Fassade ermöglicht viele spannende Blickwinkel. Als „Fünfte Fassade“ wird der Skyline Garden auf der Dachterrasse des Gebäudes bezeichnet, der als richtungsweisende Freiraumstruktur mit Parkanlage gestaltet wurde. Am meisten faszinierten uns dort die futuristisch anmutenden Ausblicke über die angrenzenden Dächer.

Unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten am Fluss“ wurde in den letzten 15 Jahren im Westhafen ein modernes Stadtviertel mit eigenem Charakter und ungewöhnlichen Perspektiven geschaffen. Rund 1.600 Menschen bietet die moderne Gebäudearchitektur ein Leben in einem maritimen Umfeld, und das inmitten der Großstadt.

Obwohl das Japan Center mit seinen 115 m nicht so hoch wie die umstehenden Gebäude ist, ist uns das Hochhaus mit seiner terrakottafarbenen Natursteinverkleidung und den streng geometrischen Formen sofort ins Auge gesprungen. Es entspricht klassischem japanischen Design mit weitauskragendem Dach und erinnert an die Form einer japanischen Steinlampe.

Das Deutsche-Bank-Hochhaus im Westend besteht aus zwei 155 m hohen Wolkenkratzern, die auch Soll und Haben genannt werden. Aufgrund ihrer Präsenz in den Printmedien und im Fernsehen gehören die Doppeltürme zu den bekanntesten Gebäuden in ganz Deutschland.

So, das war nun ein kleiner fotografischer Streifzug, der uns positiv überrascht und sehr gut gefallen hat. Wir jedenfalls können uns gut vorstellen, Mainhattan wieder einen Besuch abzustatten. Es gibt dort noch vieles zu entdecken.

21 Feb

Lofoten – Inseln über dem Polarkreis

In Reisen by Elisabeth / 21. Februar 2016 / 0 Comments

Kurzentschlossen flogen wir im Februar auf die 190 km lange Inselgruppe in Nordnorwegen, die uns spektakuläre Landschaften im Winterkleid versprach.

Eine Erkundungsfahrt sollte es werden, weil wir erfahrungsgemäß unsere fotografischen Ziele mehrmals aufsuchen. Wetterkapriolen, unterschiedliche Lichtstimmungen und Ebbe und Flut an den Küsten verändern dabei ständig das Landschaftsbild und machen jeden neuen Besuch zu einem spannenden und abwechslungsreichen Erlebnis.

Wir reisten in einem halben Tag vom Münchner Flughafen über Oslo nach Narvik/Evenes. Das gemietete Allradfahrzeug mit Spikes erwies sich für die spiegelglatten Eispisten als vernünftige Wahl. Unsere Übernachtungen hatten wir vorgebucht, um nicht unnütz wertvolle Zeit mit der Zimmersuche zu vergeuden.

Es empfing uns ein Märchenwinter, den wir in diesem Jahr zuhause sehr vermissen. Wir erkundeten traditionelle Fischerdörfer wie Henningsvaer und Sakrisoykaribisch anmutende Strände und fotografierten den wohl bekanntesten Ort Reine im Süden der Inselgruppe. Mehrmals waren wir an den Stränden Haukland und Vikbukta. Am besten gefiel uns der Küstenabschnitt bei Utakleiv mit seinen fantastischen Felsformationen, wo uns auch eines Abends das Nordlicht wohlgesonnen war.

Je südlicher auf den Lofoten, desto schroffer und steiler ragen die Berge aus den immer enger geschnittenen Fjorden empor. Winzige Ortschaften mit den traditionellen Trockengestellen für den Stockfisch schmiegen sich an die Felsen. Die Hauptinseln sind mit Brücken verbunden oder die Hauptverkehrsader Lofast verläuft in einem Tunnel unterhalb der Meeresarme.

Sehr authentisch waren die rustikalen Übernachtungen in den Rorbuers in Hamnoya. Die Nächte in den ehemaligen Fischerhütten, auf ihren Pfählen im Wasser, waren allerdings aufgrund des Sturms, der an den einfachen Holzhäuschen rüttelte, nicht ganz so ruhig.

Den Nusfjord erlebten wir bei einem ersten Besuch als sehr gastfreundlich. Ein starker Schneesturm zwang uns in Karolines Restaurant, das eigentlich aufgrund der touristenarmen Wintersaison geschlossen war. Wegen Renovierungsarbeiten gab es leider kein Angebot, sogar die Kaffeemaschine war defekt. Wir durften uns aber in die warme Stube setzen und einen „tea for free“ trinken, was wir gerne annahmen. Die Tasse Earl Grey mit Blick aus dem Panoramafenster auf den kräftigen Schneesturm draussen war jedenfalls nicht zu toppen!

Bei unserem zweiten Besuch sahen wir dann erst, was uns im Schneesturm verborgen blieb. In den schmalen Fjord schmiegt sich das kleine Dorf, dessen Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert original erhalten sind. Die in kräftigen roten und gelben Farben gestrichen Holzhäuser sind dabei ein starker Kontrast zu den winterlichen Schwarz-, Weiß- und Grautönen.

Während wir von 8 – 17 Uhr die Winterlandschaft erkundeten, gehörten die Nächte mit wenig Bewölkung der Suche nach dem Polarlicht. Wir hatten das Glück, diese Nordischen Geister, wie wir sie nennen, gleich drei mal zu beobachten.

Fazit: Innerhalb kürzester Entfernungen fanden wir auf den Lofoten abwechslungsreiche und wilde Berg- und Küstenlandschaften. Genau das Richtige für uns! Dieser Erkundungstour wird zweifelsfrei eine weitere Reise auf die Inseln über dem Polarkreis folgen. Wir freuen uns schon drauf!

25 Jul

Unterwegs im Reich von König Laurin

In Reisen by Elisabeth / 25. Juli 2015 / 0 Comments

Eingebettet ins UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten befindet sich die sagenumwobene Bergkulisse Rosengarten-Latemar. Der Sage zufolge lässt heute noch der verzauberte Garten des Zwergenkönigs Laurin in der Dämmerung seine blühenden Rosen erstrahlen. Wir warteten jeden Abend geduldig auf dieses Ereignis, um das Dolomitenglühen auf den Chip zu bannen. Leider vergeblich. Dafür wurden wir mit einer herrlichen Spiegelung am Wuhnleger Weiher belohnt.

Am Fuß des Latemar-Massivs liegt der Karersee. “Laurins Träne” ist Anziehungspunkt für ganze Heerscharen von Touristen. Frühmorgens hatten wir das Bergjuwel jedoch ganz  für uns allein und konnten die ersten Sonnenstrahlen in aller Ruhe genießen.

Tagsüber verschafften wir uns auf Wanderungen etwas Bewegung, um am Abend die Sterne am Firmament zu beobachten.

Nach mehreren Schönwettertagen und hochsommerlichen Temperaturen erlebten wir ein kurzes, aber heftiges Gewitter, welches Abkühlung und Erholung brachte.

Wir kommen jedenfalls sehr gerne wieder in diese wunderbare Gegend Südtirols. Stimmung und Wetter sind jedes Mal anders, weshalb es uns nie langweilig werden wird.

26 Jun

Elfenburg

In Reisen by Elisabeth / 26. Juni 2015 / 0 Comments

Álfholsvegur. Elfenhügelweg. Wohnstätte der Elfen zwischen Reykjavik und Kópavogur. Hier darf der Mensch nicht bauen. Grundarfjörður. Zwischen den Häusern Nr. 82 und 86 liegt auf der Hauptstraße ein großer Felsen. Das ist die Nummer 84. Erla Stefánsdóttir sagt, auch hier wohnen Elfen. Der Felsen darf nicht entfernt werden. Sie muss es wissen. Sie ist die isländische Elfenbeauftragte.

Die Land-Elfen leben in Elfenburgen. Von dort aus schweben sie über Vulkane, Lavafelder, Gletscher. Sie steigen auf das Hochland, umrunden die Insel auf der Ringstraße. Sie schweben in die Fjorde, klettern an den Basaltwänden, baden in den Seen und trotzen dem Wind an der Küste. Sie sind geheimnisvolle Geister, Menschenbegleiter. Doch zu ihrer Burg kommt das Menschenkind selten empor. Wenn es den Weg eines Tages wagt, küssen es die Elfen ganz sanft aus seinem Menschenschlaf wach.

Maria Lenger

25 Mai

Endlich …

In Reisen by Elisabeth / 25. Mai 2015 / 0 Comments

Zeit ist es für uns geworden, wieder in unseren geliebten Bayrischen Wald zu fahren. Wir waren neugierig, wie sich die Natur im Schutz des Nationalparks seit unserem letzten Besuch 2012 verändert hat. Und sie hat sich zu unserer Freude sehr positiv verändert!

Mitte der neunziger Jahre kam der Käfer in den Nationalpark Bayerischer Wald. Ips typographus, der Buchdrucker-, vulgo Borkenkäfer, braunschwarz, vier bis sechs Millimeter groß. Er befällt ausschließlich Fichten, bohrt Löcher in die Bäume, legt zwischen Rinde und Holz in fächerförmig herausgefressenen Brutgängen seine Eier ab. Als Folge starben die Bäume sehr schnell ab. Rindenlose Gerippe starren kläglich in den Himmel. Der traurige Anblick der Zahnstocherlandschaft oberhalb dem dichten Waldgrün des Dorfes Waldhäuser verwächst sich zum Glück immer mehr. Im Schutz des Totholzes wachsen junge Bäume und Pflanzen heran. Dieser neue Mischwald ist ein wahrer Genuss für die Sinne, gegenüber dem ehemals monotonen Fichteneinerlei.

Wir besuchten auch wieder die fotogene Steinklamm. Der Ausgangspunkt liegt im Süden des Glasmacherortes Spiegelau. Ihre Entstehung verdankt sie dem Höhenunterschied in der Landschaft, den das Wasser hier auf kurze Distanz zu überwinden hat. Vielfältige Formen von Erosion wie Glättungen, Fliesrinnen und Kolke sowie die bis zu 2 m tiefen, meist sedimentgefüllten Strudellöcher zeugen von der formenden Kraft des Wassers. Die moosbewachsenen Steine in sattem Grün in einer tiefen Felsschlucht mit einzigartiger Flora sind ein zauberhaftes Naturschauspiel.

An der Kleinen Ohe, einem schnellfließenden Bach auf dem Weg zum Lusen, erzählt ein Berglehrpfad von der ehemaligen Holztrift. Heute fließt das klare Gewässer dynamisch und weitgehend vom  Menschen unbeeinflusst durch einen Schluchtenwald mit vielen Laubbäumen. Die umgebende Natur wird immer mehr spannender Teil der Wildnis.

Als Kontrast zur phantastischen Natur bewunderten wir die handwerklichen Fähigkeiten der Glasmacher. Die Gläsernen Gärten, eine Open-Air-Galerie in Frauenau, zeigt, eingebettet in die Landschaft des Bayrischen Waldes Kunstinstallationen verschiedener internationaler Glaskünstler. Einer davon ist Carmelo Lopez, dessen Glasskulpturen uns sofort gefangen nahmen und sehr beeindruckten. Der spanische Künstler nennt seine Serie WEITBLICK und sagt über sich selbst:

“Das große Thema meiner Arbeiten ist die menschliche Figur in Bewegung. Mich interessiert der magische Moment zwischen Stabilität und Instabilität, Sicherheit und Ungleichgewicht. Die Figuren befinden sich oft in einer eingefrorenen Momentaufnahme einer Bewegung, die Spannung kurz vor dem Fall – werden sie den (inneren und äußeren) Halt verlieren oder sich im letzten Moment noch fangen?”

In diesem Sinne, genießt die längsten Tage des Jahres und bis zum nächsten Mal!