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19 Jun

Die Rieslochfälle im Bayrischen Wald

In Reisen by Elisabeth / 19. Juni 2016 / 0 Comments

Eine durchwachsene Wetterlage mit einigen Schauern war die ideale Vorhersage, um sich fotografisch mit den Rieslochfällen auseinanderzusetzen.

Der bei Bodenmais durch eine klammartige Schlucht rauschende Riesbach bildet in einer Höhenlage von 780 bis 920 Metern die höchsten Wasserfälle des Bayrischen Waldes aus.

Insgesamt bringen es der 15 m hohe Hauptfall und vier weitere Stufen zu einer beeindruckenden Gesamthöhe von 55 Metern. Ein Spaziergang entlang der zum Teil völlig mit Moos überwachsenen Felsen und Strudellöcher ist speziell nach längeren Regenfällen ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wenn dann noch alles feucht ist, entwickeln sich besonders intensive Farbkontraste. Herrlich, um auf Motivsuche zu gehen.

Für den 1,6 km langen Weg benötigten wir so mehr als vier Stunden. Für uns eine sehr lohnende Unternehmung, die wir jedem nur empfehlen können!

03 Jun

Mainhattan

In Reisen by Elisabeth / 3. Juni 2016 / 0 Comments

Der Spitzname Mainhattan machte uns neugierig auf die Finanz- und Messestadt Frankfurt am Main, von der wir bisher nur den Flughafen kannten. Gedanklich hatten wir bei diesem Namen natürlich gleich die imposante Skyline New Yorks im Kopf. Deshalb zügelten wir erst mal unsere Erwartungen, um nicht enttäuscht zu werden. Und das wurden wir ganz und gar nicht. Wir sind sogar überaus begeistert von unserem Kurztrip zurückgekommen!

Die Mainmetropole im Herzen Deutschlands bietet neben der beeindruckenden Skyline auch vielseitige kulturelle Kontraste inmitten der von einem Grüngürtel umringten Innenstadt. Oftmals umgeben die Wolkenkratzer kleine, gepflegte Parks, die wie grüne Inseln im Häusermeer wirken und die Großstädter zu kurzen Verschnaufpausen einladen.

Wir buchten uns ein Hotelzimmer im Bahnhofsviertel, von dem aus wir die meisten Fotolocations zu Fuß erkunden konnten. Das Bankenviertel, in dem die Hochhäuser am dichtesten stehen, lag praktisch um die Ecke und der Main nur einen Straßenzug entfernt.

Die Skyline ist von den vielen Brücken und vom Mainufer aus gut zu fotografieren. Dabei überraschte uns die Einbindung des Mains als Naherholungszone und Fitnessparcours. Dies ist ein wohltuender Gegensatz zur dynamischen und schnellen Großstadt.

Andere Stadtviertel mit fast dörflichem Charakter verstärkten unseren Eindruck, sich in einer lebenswerten Stadt aufzuhalten.

Von der weiträumigen Stadtlandschaft zeigen wir hier einige Gebäude, die es uns fotografisch besonders angetan hatten:

Der Messeturm steht unmittelbar am Eingang zum Messegelände und ist das Wahrzeichen Frankfurts. Vom international bekannten Architekten Helmut Jahn im Art-Deko-Stil errichtet, wird er von den Bewohnern Frankfurts auch Bleistift genannt. Bei seiner Fertigstellung 1991 war er mit 256,5 m das höchste Gebäude Europas.

An Höhe überholt wurde er im Jahr 1997 vom Commerzbank Tower, der inzwischen (nur noch) das höchste Gebäude Deutschlands ist (259 m). In direkter Nachbarschaft fotografierten wir auch den Silberturm, einen der bekanntesten Wolkenkratzer der Mainmetropole. Anfangs beheimatete er die Konzernzentrale der Dresdner Bank, was ihm auch den Namen Dresdner-Bank-Hochhaus einbrachte. Heute ist das Gebäude an die Deutsche Bahn mit seinem IT-Dienstleister DB Systel GmbH vermietet.

Im Stadtteil Gallus steht der Tower 185. Aus einem hufeisenförmig angelegten Sockelgebäude erheben sich die beiden Hochhaushälften mit einer Aluminium-Glas-Fassade bis in 200 Meter Höhe. Die Bezeichnung Tower 185 stammt aus einer frühen Planungsphase und bezog sich auf die Höhe von 185 Metern, die ursprünglich für das Hochhaus vorgesehen war. Die interessantesten Fotos gelangen uns hier während der Dämmerung und als die Kombination von Kunstlicht im Gebäude und die schräg einfallende Abendsonne eine besonders schöne Stimmung zauberte.

Im Frankfurter Europaviertel neben dem Messegelände fanden wir die Skyline Plaza, ein Einkaufszentrum mit Fitness- und Spabereich sowie einem Parkhaus. Die geschwungene Fassade ermöglicht viele spannende Blickwinkel. Als „Fünfte Fassade“ wird der Skyline Garden auf der Dachterrasse des Gebäudes bezeichnet, der als richtungsweisende Freiraumstruktur mit Parkanlage gestaltet wurde. Am meisten faszinierten uns dort die futuristisch anmutenden Ausblicke über die angrenzenden Dächer.

Unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten am Fluss“ wurde in den letzten 15 Jahren im Westhafen ein modernes Stadtviertel mit eigenem Charakter und ungewöhnlichen Perspektiven geschaffen. Rund 1.600 Menschen bietet die moderne Gebäudearchitektur ein Leben in einem maritimen Umfeld, und das inmitten der Großstadt.

Obwohl das Japan Center mit seinen 115 m nicht so hoch wie die umstehenden Gebäude ist, ist uns das Hochhaus mit seiner terrakottafarbenen Natursteinverkleidung und den streng geometrischen Formen sofort ins Auge gesprungen. Es entspricht klassischem japanischen Design mit weitauskragendem Dach und erinnert an die Form einer japanischen Steinlampe.

Das Deutsche-Bank-Hochhaus im Westend besteht aus zwei 155 m hohen Wolkenkratzern, die auch Soll und Haben genannt werden. Aufgrund ihrer Präsenz in den Printmedien und im Fernsehen gehören die Doppeltürme zu den bekanntesten Gebäuden in ganz Deutschland.

So, das war nun ein kleiner fotografischer Streifzug, der uns positiv überrascht und sehr gut gefallen hat. Wir jedenfalls können uns gut vorstellen, Mainhattan wieder einen Besuch abzustatten. Es gibt dort noch vieles zu entdecken.

21 Feb

Lofoten – Inseln über dem Polarkreis

In Reisen by Elisabeth / 21. Februar 2016 / 0 Comments

Kurzentschlossen flogen wir im Februar auf die 190 km lange Inselgruppe in Nordnorwegen, die uns spektakuläre Landschaften im Winterkleid versprach.

Eine Erkundungsfahrt sollte es werden, weil wir erfahrungsgemäß unsere fotografischen Ziele mehrmals aufsuchen. Wetterkapriolen, unterschiedliche Lichtstimmungen und Ebbe und Flut an den Küsten verändern dabei ständig das Landschaftsbild und machen jeden neuen Besuch zu einem spannenden und abwechslungsreichen Erlebnis.

Wir reisten in einem halben Tag vom Münchner Flughafen über Oslo nach Narvik/Evenes. Das gemietete Allradfahrzeug mit Spikes erwies sich für die spiegelglatten Eispisten als vernünftige Wahl. Unsere Übernachtungen hatten wir vorgebucht, um nicht unnütz wertvolle Zeit mit der Zimmersuche zu vergeuden.

Es empfing uns ein Märchenwinter, den wir in diesem Jahr zuhause sehr vermissen. Wir erkundeten traditionelle Fischerdörfer wie Henningsvaer und Sakrisoykaribisch anmutende Strände und fotografierten den wohl bekanntesten Ort Reine im Süden der Inselgruppe. Mehrmals waren wir an den Stränden Haukland und Vikbukta. Am besten gefiel uns der Küstenabschnitt bei Utakleiv mit seinen fantastischen Felsformationen, wo uns auch eines Abends das Nordlicht wohlgesonnen war.

Je südlicher auf den Lofoten, desto schroffer und steiler ragen die Berge aus den immer enger geschnittenen Fjorden empor. Winzige Ortschaften mit den traditionellen Trockengestellen für den Stockfisch schmiegen sich an die Felsen. Die Hauptinseln sind mit Brücken verbunden oder die Hauptverkehrsader Lofast verläuft in einem Tunnel unterhalb der Meeresarme.

Sehr authentisch waren die rustikalen Übernachtungen in den Rorbuers in Hamnoya. Die Nächte in den ehemaligen Fischerhütten, auf ihren Pfählen im Wasser, waren allerdings aufgrund des Sturms, der an den einfachen Holzhäuschen rüttelte, nicht ganz so ruhig.

Den Nusfjord erlebten wir bei einem ersten Besuch als sehr gastfreundlich. Ein starker Schneesturm zwang uns in Karolines Restaurant, das eigentlich aufgrund der touristenarmen Wintersaison geschlossen war. Wegen Renovierungsarbeiten gab es leider kein Angebot, sogar die Kaffeemaschine war defekt. Wir durften uns aber in die warme Stube setzen und einen „tea for free“ trinken, was wir gerne annahmen. Die Tasse Earl Grey mit Blick aus dem Panoramafenster auf den kräftigen Schneesturm draussen war jedenfalls nicht zu toppen!

Bei unserem zweiten Besuch sahen wir dann erst, was uns im Schneesturm verborgen blieb. In den schmalen Fjord schmiegt sich das kleine Dorf, dessen Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert original erhalten sind. Die in kräftigen roten und gelben Farben gestrichen Holzhäuser sind dabei ein starker Kontrast zu den winterlichen Schwarz-, Weiß- und Grautönen.

Während wir von 8 – 17 Uhr die Winterlandschaft erkundeten, gehörten die Nächte mit wenig Bewölkung der Suche nach dem Polarlicht. Wir hatten das Glück, diese Nordischen Geister, wie wir sie nennen, gleich drei mal zu beobachten.

Fazit: Innerhalb kürzester Entfernungen fanden wir auf den Lofoten abwechslungsreiche und wilde Berg- und Küstenlandschaften. Genau das Richtige für uns! Dieser Erkundungstour wird zweifelsfrei eine weitere Reise auf die Inseln über dem Polarkreis folgen. Wir freuen uns schon drauf!

25 Jul

Unterwegs im Reich von König Laurin

In Reisen by Elisabeth / 25. Juli 2015 / 0 Comments

Eingebettet ins UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten befindet sich die sagenumwobene Bergkulisse Rosengarten-Latemar. Der Sage zufolge lässt heute noch der verzauberte Garten des Zwergenkönigs Laurin in der Dämmerung seine blühenden Rosen erstrahlen. Wir warteten jeden Abend geduldig auf dieses Ereignis, um das Dolomitenglühen auf den Chip zu bannen. Leider vergeblich. Dafür wurden wir mit einer herrlichen Spiegelung am Wuhnleger Weiher belohnt.

Am Fuß des Latemar-Massivs liegt der Karersee. “Laurins Träne” ist Anziehungspunkt für ganze Heerscharen von Touristen. Frühmorgens hatten wir das Bergjuwel jedoch ganz  für uns allein und konnten die ersten Sonnenstrahlen in aller Ruhe genießen.

Tagsüber verschafften wir uns auf Wanderungen etwas Bewegung, um am Abend die Sterne am Firmament zu beobachten.

Nach mehreren Schönwettertagen und hochsommerlichen Temperaturen erlebten wir ein kurzes, aber heftiges Gewitter, welches Abkühlung und Erholung brachte.

Wir kommen jedenfalls sehr gerne wieder in diese wunderbare Gegend Südtirols. Stimmung und Wetter sind jedes Mal anders, weshalb es uns nie langweilig werden wird.

26 Jun

Elfenburg

In Reisen by Elisabeth / 26. Juni 2015 / 0 Comments

Álfholsvegur. Elfenhügelweg. Wohnstätte der Elfen zwischen Reykjavik und Kópavogur. Hier darf der Mensch nicht bauen. Grundarfjörður. Zwischen den Häusern Nr. 82 und 86 liegt auf der Hauptstraße ein großer Felsen. Das ist die Nummer 84. Erla Stefánsdóttir sagt, auch hier wohnen Elfen. Der Felsen darf nicht entfernt werden. Sie muss es wissen. Sie ist die isländische Elfenbeauftragte.

Die Land-Elfen leben in Elfenburgen. Von dort aus schweben sie über Vulkane, Lavafelder, Gletscher. Sie steigen auf das Hochland, umrunden die Insel auf der Ringstraße. Sie schweben in die Fjorde, klettern an den Basaltwänden, baden in den Seen und trotzen dem Wind an der Küste. Sie sind geheimnisvolle Geister, Menschenbegleiter. Doch zu ihrer Burg kommt das Menschenkind selten empor. Wenn es den Weg eines Tages wagt, küssen es die Elfen ganz sanft aus seinem Menschenschlaf wach.

Maria Lenger

25 Mai

Endlich …

In Reisen by Elisabeth / 25. Mai 2015 / 0 Comments

Zeit ist es für uns geworden, wieder in unseren geliebten Bayrischen Wald zu fahren. Wir waren neugierig, wie sich die Natur im Schutz des Nationalparks seit unserem letzten Besuch 2012 verändert hat. Und sie hat sich zu unserer Freude sehr positiv verändert!

Mitte der neunziger Jahre kam der Käfer in den Nationalpark Bayerischer Wald. Ips typographus, der Buchdrucker-, vulgo Borkenkäfer, braunschwarz, vier bis sechs Millimeter groß. Er befällt ausschließlich Fichten, bohrt Löcher in die Bäume, legt zwischen Rinde und Holz in fächerförmig herausgefressenen Brutgängen seine Eier ab. Als Folge starben die Bäume sehr schnell ab. Rindenlose Gerippe starren kläglich in den Himmel. Der traurige Anblick der Zahnstocherlandschaft oberhalb dem dichten Waldgrün des Dorfes Waldhäuser verwächst sich zum Glück immer mehr. Im Schutz des Totholzes wachsen junge Bäume und Pflanzen heran. Dieser neue Mischwald ist ein wahrer Genuss für die Sinne, gegenüber dem ehemals monotonen Fichteneinerlei.

Wir besuchten auch wieder die fotogene Steinklamm. Der Ausgangspunkt liegt im Süden des Glasmacherortes Spiegelau. Ihre Entstehung verdankt sie dem Höhenunterschied in der Landschaft, den das Wasser hier auf kurze Distanz zu überwinden hat. Vielfältige Formen von Erosion wie Glättungen, Fliesrinnen und Kolke sowie die bis zu 2 m tiefen, meist sedimentgefüllten Strudellöcher zeugen von der formenden Kraft des Wassers. Die moosbewachsenen Steine in sattem Grün in einer tiefen Felsschlucht mit einzigartiger Flora sind ein zauberhaftes Naturschauspiel.

An der Kleinen Ohe, einem schnellfließenden Bach auf dem Weg zum Lusen, erzählt ein Berglehrpfad von der ehemaligen Holztrift. Heute fließt das klare Gewässer dynamisch und weitgehend vom  Menschen unbeeinflusst durch einen Schluchtenwald mit vielen Laubbäumen. Die umgebende Natur wird immer mehr spannender Teil der Wildnis.

Als Kontrast zur phantastischen Natur bewunderten wir die handwerklichen Fähigkeiten der Glasmacher. Die Gläsernen Gärten, eine Open-Air-Galerie in Frauenau, zeigt, eingebettet in die Landschaft des Bayrischen Waldes Kunstinstallationen verschiedener internationaler Glaskünstler. Einer davon ist Carmelo Lopez, dessen Glasskulpturen uns sofort gefangen nahmen und sehr beeindruckten. Der spanische Künstler nennt seine Serie WEITBLICK und sagt über sich selbst:

“Das große Thema meiner Arbeiten ist die menschliche Figur in Bewegung. Mich interessiert der magische Moment zwischen Stabilität und Instabilität, Sicherheit und Ungleichgewicht. Die Figuren befinden sich oft in einer eingefrorenen Momentaufnahme einer Bewegung, die Spannung kurz vor dem Fall – werden sie den (inneren und äußeren) Halt verlieren oder sich im letzten Moment noch fangen?”

In diesem Sinne, genießt die längsten Tage des Jahres und bis zum nächsten Mal!

26 Mrz

Richtungswechsel

In Reisen by Elisabeth / 26. März 2015 / 0 Comments

Das ist nicht deine Entscheidung. Hier ist keine Souveränität gefragt. Keine Selbstverwirklichung. Kein Wille, kein Widerstand oder Möchte-Gern-Firlefanz. Hier schwimmst du mit dem Strom. Egal, ob du Angst hast oder nicht. Du bist Teil des Großen und Ganzen und damit wechselst du hier die Richtung. Du triffst dich mit den anderen. Ein Stück des Weges fließt ihr zusammen. Rechts, links, oben, unten – es kommt, wie es kommt. Es ist, wie es ist, kleiner Wassertropfen. Reise gut und grüß die anderen!

Maria Lenger

 

28 Feb

Wetter spüren …

In Reisen by Elisabeth / 28. Februar 2015 / 0 Comments

… diese Bezeichnung trifft es am besten! Island im Februar ist genau unser Ding. Übrigens unser vierter und sicherlich nicht letzter Besuch auf dieser nordischen Insel.

Unsere grobe Route legten wir bereits zuhause fest, um die im Winter knappen Übernachtungsmöglichkeiten zu reservieren. Mit einem 4×4-Fahrzeug mit Spikes waren wir für die winterlichen Bedingungen gut gerüstet.

Die ersten Tage verbrachten wir an der Südküste zwischen Vik und Höfn. Auf dem Weg dorthin überraschte uns der Gletscher Svinafellsjökull mit blauem Blankeis. Orkanartiger Sturm und die Starkregenfälle der vergangenen Tage hatten die Eismassen von Schnee und Asche befreit. Ein ungewöhnlicher und schöner Anblick, der uns fotografisch ausgiebig beschäftigte. Die Felsnadeln von Reynisdrangar trotzten dem stürmischen Meer, während uns am Kap Dyrhólaey ein Strahl Sonne „verwöhnte”. Ruhig trieben dagegen skurille Eisberge im Gletschersee Fjallsárlón.

Ein echtes Highlight war für uns wieder der Besuch einer Eishöhle, diesmal im Gletscher Breiðamerkurjökull. Ein tolles Erlebnis, das nur zustande kommt, wenn die Bedingungen ein gefahrloses Begehen des Gletscherinneren zulassen.

Bei der langen Fahrt in den Norden war der Goðafoss eine willkommene Abwechslung. Der hufeisenförmige Wasserfall präsentierte sich mit bizarren Eiszapfen.

Am Myvatn, dem Mückensee, hatten wir für zwei Nächte eine außergewöhnliche Unterkunft. Das Kuhstall-Café und –Restaurant ist nur durch eine Glasscheibe von den Kühen getrennt. Wir beobachteten die Kühe und schauten dem Bauern beim Melken auf die Finger, ohne uns vom Kuchenbuffet wegzubewegen. Angeboten werden außerdem viele lokale Speisen, die liebevoll angerichtet serviert werden. Die Nacht verbrachten wir in einer der gemütlichen und gut geheizten Holzhütten.

So richtig zu spüren bekamen wir den isländischen Winter auf der Fahrt zur Snæfellsnes-Halbinsel im Westen. Sicht und Straßenverhältnisse waren bereits bei der Abfahrt alles andere als gut. Die einzige im Winter fahrbare Route, die N1-Ringstraße,  führte uns im Schritt-Tempo über die Holtavörðuheiði, einen langgezogenen Pass mit nur 200 m Höhe. Dann blockierte aber ein Pannenfahrzeug die rechte Fahrspur und die andere war in Nullkomma-Nichts durch die Schneeverwehungen unpassierbar. Zweieinhalb Stunden steckten wir fest. Gut, daß unsere Thermoskannen mit Tee gefüllt und die Müsliriegel greifbar waren. Wer weiß, vielleicht hätten wir dort oben im Auto übernachten müssen.

Durch das beherzte Eingreifen einiger Isländer entwirrte sich das Blechknäuel im weißen Chaos dann doch noch. Etwa einen Kilometer nach der Passhöhe war die Straße so gut wie schneefrei und wieder zweispurig befahrbar. Isländische Wetterextreme im Winter eben!

Im Gegensatz zu Jules Vernes Helden, die am Berg Snæfellsnes die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ antraten, konnten wir den markanten Schneeberg am nächsten Tag hinter den dicken Wolken nur vermuten.

Als Ausgleich dann nachts „Aurora-Alarm“. Wir hatten schon gar nicht mehr mit dem Erscheinen der himmlischen Lichter gerechnet. Entgegen den Wettervorhersagen war es sternenklar und die grünen und roten Lichter führten ihren nächtlichen Tanz auf. Ein immer wieder spannendes Schauspiel, bei dem uns Kälte und Müdigkeit gar nichts ausmachen.

Der letzte Tag auf Island war der sonnigste. Gerade so, als wollte dieses raue Land uns zeigen, daß es auch anders kann! Die unberechenbaren Wetterkapriolen tragen viel zum Erlebnis bei. Deshalb freuen wir uns auch schon auf das nächste Mal!

29 Jan

Zeitreise

In Reisen by Elisabeth / 29. Januar 2015 / 0 Comments

Es ist drei Uhr früh, als das helle Licht des isländischen Sommers uns nicht weiterschlafen lässt. Strandwanderung mit Kamera ist angesagt. Die frische salzige Luft durchströmt die Bucht. Die Brise lässt das seichte Wasser die steinbedeckte Küste überfluten bevor es sich zurückzieht und zur neuen Welle auftürmt. Wir wohnen dem Schauspiel Meter für Meter gedankenverloren bei. Doch unsere Sinne signalisieren uns: Da etwas weiter vorne, da ist das Spiel der Elemente anders als hier. Die einschläfernde Monotonie unserer Schritte neben dem Wellenspiel des Meeres weicht augenblicklich der aufkeimenden Neugier. Die Augen weiten sich, die Ohren werden plötzlich hellhörig und die Tritte mühelos schneller. Jede Sekunde scheint jetzt so kostbar … Ins Plätschern mischt sich leises Klirren und die sanften Wellen neben uns tragen die ersten Eisbrocken an uns vorbei. Jökulis sagt man hier dazu. Gletschereisstücke. Fragile Unikate auf eiskalter Zeitreise. Ohne Eile, ohne Verweile.

Maria Lenger

31 Dez

Feuerwerk über dem Plattkofel

In Reisen by Elisabeth / 31. Dezember 2014 / 0 Comments

Wir verbrachten die Weihnachtstage auf der Seiser-Alm in Südtirol. Die Mahlknecht-Hütte, unser Ausgangspunkt für Schneeschuhtouren, liegt auf über 2.000 m und bescherte uns so herrlichen Pulverschnee. Ein Highlight in den schneearmen Tagen rund um Weihnachten. Außerdem war bestes Wetter und wunderbare Morgen- und Abendstimmungen ließen unsere Fotografenherzen höher schlagen. Nochmals DANKE ans Team der Mahlknecht-Hütte, die unsere Urlaubstage genussvoll begleiteten. Wir freuen uns schon auf´s nächste Mal! Besonders gefreut hat uns die Verwendung unseres Bildes “Almhütten in einer Vollmondnacht vor dem Plattkofel” für den großformatigen Druck auf einer Holzplatte. Ein echter Hingucker.

Mit dem Feuerwerk am Plattkofel wünschen wir allen einen gelungenen Rutsch und einen guten Start ins neues Jahr!